45. Rosenthaler Herbst / Erntedankfest 2018, Freitag, 14. September bis Sonntag, 16. September 2018

1230-2018, 788 Jahre Rosenthal

Programmheft 2017       Presseerklärung            Anwohnerinfo            Hier geht es zu unserer neuen Webseite (im Aufbau begriffen)

Rosenthal

Der Geschichte 1. Teil
Entstehung
1230

Wohlwissend, dass wie für die meisten Orte und Städte keine Urkunden vorhanden sind, die das genaue Gründungsdatum belegen, können die Rosenthaler aber auf gesicherte Belege zurückgreifen, die die sehr frühe Existenz des Ortes  nachweisen. Der Bürgerverein Dorf Rosenthal e. V. erkennt deshalb aufgrund der vorhandenen Nachweise und der seinem Satzungsziel verpflichtenden eigenen Nachforschungsergebnisse, das Jahr 1230, als das historisch abgesicherte  Gründungsjahr des Ortes Rosenthal an, so dass für dasgewählte Gründungsjahr auch die entsprechende geschichtliche „Rückendeckung“ gegeben ist.
Verständlicherweise kann die nachfolgende Berichterstattung nur ein sehr gekürzter Beitrag einer langjährigen Geschichte sein. Vielleicht ist er aber dennoch eine Anregung für Bürgerinnen und Bürger mit Geschichtsinteresse und auch mit Interesse an unserer Vereinsarbeit.


Nachweis der Entstehung

1.

Die Geburt eines selbständigen Fürstentums legt der Askanier Albrecht der Bär auf den 3. Oktober 1157 und nennt sich fortan Markgraf in Brandenburg. Er beginnt die Besiedlung der Mark Brandenburg  und sorgt auch maßgeblich für die Christianisierung der überwiegend von Heiden bewohnten Gegenden. Dazu wirbt er Flamen, Holländer und Seeländer an. Am 18. November 1170 stirbt Albrecht der Bär. Er sowie auch sein ältester Sohn Otto I., der vermutlich zwischen 1126 und 1129 geboren wurde, waren immer wieder in politischen Ereignissen verwickelt, die eine zügige durchgängige Besiedlung der Mark Brandenburg verhinderten. Erst die Urenkel von Albrecht dem Bären, Johann I. und Otto III., zwei unzertrennliche Brüder, die in der Zeit von 1220 bis 1267, bereits im kindlichen Alter von erst 7 Jahren, die Markgrafen von Brandenburg waren, setzten dann, unter der Aufsicht ihrer Mutter, die Christianisierung und Besiedelung der Mark fort. Mit der Christianisierung ging einher der Bau von Kirchen. So können wir heute aufgrund der Bauweise des Mittelstücks der alten Rosenthaler Dorfkirche nachweisen, dass dieses um 1230 entstanden sein muss und somit das älteste noch erhaltene Gebäude Rosenthals ist. Da die Auflassung seinerzeit immer Sache des Markgrafen war, ist davon auszugehen, dass Johann I. und Otto III. die Auftraggeber für den Kirchbau in Rosenthal waren.

2.

Auf diese frühe Gründung verweisen auch spätere Aufzeichnungen aus Kirchenbüchern. So ist der Ort vergleichsweise mit späteren Besiedelungen mit viel Land ausgestattet und dagegen die Pfarre nur mit zwei Hufen Land versehen worden. Erst ab  1237 bekamen alle Pfarren vier Hufen.

3.

Eines der wissenschaftlichen Nachweise über eine vorhandene Besiedelung, also Existenz des Ortes, wird erst durch die am 14. April 1998 begonnenen Ausgrabungen auf dem ehemaligen Guts- bzw. Schlossgelände geliefert. Unter der Leitung von Uwe Heußner vom Deutschen Archäologischen Institut wird die dendrochronologische Datierung des Holzes eines ausgegrabenen Balkens aus Kiefer auf das Jahr 1230 festgestellt. Es wurde nachgewiesen, dass das Holz dieser Kiefer im Jahre 1230 gefällt und auch verarbeitet worden ist. Somit kann mindestens von einer Existenz Rosenthals ab 1230 ausgegangen werden, so dass hiermit das Gründungsjahr für eine existierende Ortschaft Rosenthal nachgewiesen ist, wenngleich sich die ersten Ansiedler vermutlich schon einige Jahre früher hier niederließen, damit aber noch keine Ortschaft gegründet war.

4.

Betrachtet man alle drei Nachweise, so kann festgestellt werden, dass der Ort erst im Zuge der Besiedlung der Mark Brandenburg in der Zeit von Johann I. und Otto III. entstand und einherging mit der Christianisierung. Zur Christianisierung gehörte aber immer auch der Bau einer Kirche, so dass zu der Zeit bereits der Kirchbau den Mittelpunkt eines Ortes bildete. Also eine Besiedelung ohne Kirchbau undenkbar war. So führen alle drei Nachweise der Entstehung des Ortes immer wieder auf ein gesichertes Jahr 1230 zurück.


Schriftliche Nachweise erst ab 1356

In einer Urkunde aus dem Jahr 1356 wird ein Jakob als Pfarrer von Rosenthal erwähnt.

Als Kaiser Karl IV. aus dem Hause Luxemburg, der in Prag residierte, die Mark Brandenburg erwarb, wollte er wissen, was er erworben hatte und ließ 1375 ein Landbuch aufstellen. Die Aufstellung ist in lateinischer Sprache abgefasst. In der Übersetzung ist für Rosenthal u. a. folgendes zu lesen:
Rosenthal sind 72 Hufen, von denen der Pfarrer 4 hat …… .  An dieser Stelle findet man u. a. den Hinweis, dass spätere Besiedelungen nunmehr 4 Hufen für den Pfarrer vorsahen. Bei Gründung Rosenthals waren dies, wie zuvor genannt nur zwei Hufen. Hufen? Die Größe des Ackers wurde in Hufen bemessen. Sie betrug je nach Güte des Bodens 20 bis 40 Morgen. Sie war so berechnet, dass eine Familie dies Stück bewirtschaften und davon leben konnte. Wenn wir heute durch Rosenthal gehen und uns die alten Höfe ansehen, so sehen wir noch deutlich Spuren der Besiedelung des Landes, sowie seiner gleichmäßigen Verteilung. Alle Höfe haben fast die gleiche Größe – wie mit einem Lineal gezogen. Es gab nur drei Ausnahmen, welche in der Regel beim Pfarrer, Voigt und dem Dorfschulzen zu finden waren.


Der Geschichte 2. Teil
Im Wandel der Zeiten
vor 1230 bis 1375

Ausgrabungen in unserer Umgebung haben Nachweise hervorgebracht, dass eine erste Besiedelung bereits auf 300 v. Chr. zurück geht. In Rosenthal selbst konnten derartige Nachweise bisher nicht erbracht werden, so dass angenommen werden muss, dass die Gegend mehr zum Jagen und Sammeln genutzt wurde.
Spuren, die auch unseren Ort prägen, gehen bis auf die Eiszeit zurück. So können wir auf ein „Gebirge“ von immerhin 59 m – unsere Rollberge – verweisen. Aber auch viele Granit- und Basaltsteine sind noch in den Rosenthaler Gärten zu finden, darunter auch  größere, die als Findlinge bezeichnet werden. So gibt es noch Erinnerungen an einen ca. 1m³ großen Stein, der beim Pflügen aus dem Pfarracker hinter dem Grundstück der Familie Seeger geborgen wurde. Aber unweit von Rosenthal, am Rande von Arkenberge, fand man bei Grabungen zwischen 1924 und 1936 ein Gräberfeld mit 178 Urnen. Unter den Grabbeigaben waren allerlei Schmuckstücke, wie Ohrringe, Schildnadeln und Gürtelhaken. Die Menschen dieser Epoche wurden der sogenannten Jastorf  Kultur zugerechnet. Sie sind die unmittelbaren Vorfahren der elbgermanischen (suebischen) Bewohner der Gegend während der Römerzeit.


1230
Die Gründung Rosenthals

Buch, Karow und Pankow waren schon von Slaven besiedelt. Die niederländischen und rheinischen Siedler gründeten eigene Dörfer. So muss wohl Rosenthal als eine germanische Siedlung entstanden sein. Das Dorf ist fast vorbildlich als rechteckiges Angerdorf angelegt. Das unterscheidet diese Siedlungsform von der wendischen, die das Runddorf kennt, wie das alte Pankow und Buch. Die deutsche Bauweise war insofern offener, als von vornherein eine Straße durch das Rechteck vorgesehen war, die nach beiden Seiten ins Land hinausführte. Deshalb nennt man diesen Typ auch Straßendorf. Das Runddorf hatte faktisch nur einen Zugang. Wer dem Ort seinen Namen gab, ist bis heute nicht sicher auszumachen. Am unwahrscheinlichsten ist die Annahme, dass der Ort ursprünglich Rossenthal geheißen hat und der Name etwas mit Rossen zu tun habe.
Da die Bevölkerung der Mark, wie berichtet, auch aus niederländischen Siedlern bestand, ist es zumindest naheliegend, dass der Ortsname durch deren Nachfahren aus „Roosendaal“ in „Rosenthal“ sozusagen, der deutschen Siedlungsform entsprechend,   eingedeutscht wurde. Auch ist nicht auszuschließen, dass der Name etwas mit der Rose zu tun haben könnte. Diese Herleitung ergibt sich ganz einfach aus der Tatsache, dass unser Boden hier sehr lehmhaltig  und bekanntlich ideal für Rosen ist. Wenn man bedenkt, dass viele Jahrhunderte später, der U-Bahnhof Rosenthaler Platz mit einer Fliesenfarbe versehen worden ist, die der einer Rosensorte Namens Graf Zeppelin ähneln soll, die früher in der unmittelbaren Umgebung häufig zu finden war, ist diese Herkunftsmöglichkeit des Ortsnamens nicht völlig auszuschließen. Ebenso denkbar ist, dass der Ort nach einem Menschen, vielleicht eines ersten Siedlers, Namens Rosenthal benannt wurde. Aus der Geschichte wissen wir, dass jüdische Menschen zunächst keine und später sehr häufig Namen hatten, die von schönen Dingen her abgeleitet wurden. So ist auch der Name Rosenthal durchaus ein jüdischer Name. Wir wissen auch aus der Pankower Geschichte, dass dort ein Josef Garbáty-Rosenthal 1881 sein Zigarettenunternehmen gründete. Also war der Name in der Gegend durchaus existent. Im Übrigen wissen wir von der heutigen Existenz einer Bürgerin Rosenthals, die den Namen Rosenthal trägt, so dass diese Variante der Ortsnamensfindung durchaus Berechtigung haben könnte.

Vielleicht haben wir hierdurch einige neugierig gemacht, die nunmehr auch an der Findung der Wahrheit interessiert sind und sich für unsere Vereinsarbeit interessieren. Bis dahin wird es wohl ein Rätsel bleiben.

Der Kirchbau

An der Südwand der Kirche haben wir einen Anhaltspunkt, der auf die Existenz des Baues auf 1230 hinweist. Da befindet sich eine zugemauerte ursprünglich vorhandene Tür. Allein der Bogen weist auf romanischen Stilcharakter hin. In ihm wurde im Brandenburgischen noch zu Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut, während sonst allgemein schon der gotische Stil das Bauen bestimmte. Die Kirche ist aus sehr sauber gehauenen Findlingen (Feldsteine aus Granit und Basalt) gemauert, denen der Zahn der Zeit bis heute nichts anzuhaben vermochte. Schon das Mauerwerk, mit dem man später die Tür zugemauert hat, weist nicht mehr diese saubere Behauung auf. Dies ist für die Fachleute der Beweis, dass der Bau der Kirche verhältnismäßig früh anzusetzen ist. Zu der Zeit arbeitete man noch sehr sorgfältig. Wie alle mittelalterlichen Kirchen, wurde auch diese in Ost-West-Richtung gebaut. Welchem Heiligen die Kirche und der Altar geweiht waren, ist nicht bekannt.

1375

Die Grundherren des Dorfes waren 1375 vier Angehörige der Familie von Krummensee. Durch sie war das Dorf schon sehr früh mit der Stadt Berlin in Verbindung getreten. Die Familie hatte in der dortigen Marienkirche den Altar des Leibes Christi gestiftet. Wieviel Bauern es zu der Zeit gab, wird im Landbuch nicht erwähnt. Es ist anzunehmen, dass nach der Pest von 1348 einige Höfe unbesetzt waren. Es gab 16 Kossäten, die nur kleine Stücke Land um ihre Gehöfte besaßen. Sie werden wohl im Wesentlichen ihren Lebensunterhalt durch Arbeit bei den Bauern und dem Grundherren verdient haben. Es gab einen Gastwirt. Der Ort hatte einen Pfarrer. Als Amtszeichen hatte der Pfarrer bei seiner Einführung das Biretum (Barett) bekommen. Der Pfarrer war nach seiner Einsetzung durchaus als Pfarrherr zu bezeichnen. Ohne seine und des Archidiakons Genehmigung durfte niemand in der Parochie (Gemeinde) amtieren. Dies ist (vergleichbar)  noch heute so.

Der Geschichte 3. Teil
Im Wandel der Zeiten
1376 bis 1699

Der zweite Sohn von Kaiser Karl IV., Sigismund, übernimmt 1378 die Mark. Schon 1388 tritt er sie an seinen Vetter Jobst von Mähren ab. Der starb 1411 kinderlos, so dass die Mark wieder an Sigismund zurückfiel. Der bestellte seiner hohen Schulden wegen den Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern zunächst zum Verweser der Mark und belehnte ihn 1415 damit. 1417 ernannte er ihn zum Kurfürsten als Dank für seine Treue. So ist die Mark nunmehr im Besitz der Hohenzollern und ein Kurfürstentum. Nachzutragen ist, dass die Mark Brandenburg bereits 1356 durch die sogenannte goldene Bulle zum Kurfürstentum erhoben worden war. Die nächste aktenkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1459 und ist in der Bistumsmatrikel des Brandenburger Bischofs zu finden. Hier sind auch die sogenannten Prokurationsregister, die mit den heutigen Ortsverzeichnissen zu vergleichen sind, zu finden.


Die Zeit der Reformation

Auch an Brandenburg ist die Zeit der Reformation nicht spurlos vorübergegangen. 1527, die Reformation war seit ca. 10 Jahren in vollem Gange, trafen sich Luther und Zwingli in Marburg zu einem Glaubensgespräch. Es kommt wegen der Abendmahlslehre zur  Trennung von Lutheranern und Reformierten. Joachim I., Kurfürst von Brandenburg, blieb, wie man damals sagte, papistisch. Das hatte sogar zum Zerwürfnis der Ehe mit seiner Frau Elisabeth, Tochter aus dem schwedischen Königshaus, geführt. Sie schloss sich der Reformation an und musste deshalb vor ihrem Mann nach Wittenberg fliehen. 1535 starb Joachim I., sein Sohn und Thronfolger Joachim II. wandte sich der Reformation zu. 1539 besiegelte er das, indem auch er das Abendmahl unter beiderlei Gestalt nahm. Das geschah in Spandau. Damit führte er die Reformation offiziell in Brandenburg ein. Er ließ eine Generalkirchenvisitation durchführen. Im Visitationsprotokoll von Rosenthal ist 1541 u. a. zu lesen, dass 1 Kelch, 1 Monstranz und 1 Pacem (Kusstafel) vorhanden waren.

1547 bis 1557

Die Krummensees geben 1547 Rosenthal auf, indem sie es gegen Schöneiche, damals Bredereiche, mit Michael Happe austauschen. Happe war kurfürstlicher Diener und als solcher 1536 mit Bredereiche belehnt worden. Er schuf in Rosenthal durch Aufkauf eines vier Hufenhofes einen Rittersitz. Seine Nachfolger erweiterten diesen Besitz auf zwölf Hufen. In dieser Zeit wurde der gesamte Besitz „freigewilligt“, d. h. abgabenfrei erklärt. Das geht aus einem 1558 ausgestellten Lehnbrief für den Bürger Hans Mittelstraß zu Berlin hervor. Vor ihm besaß ein Hans Bretschneider, kurfürstlicher Sekretär, den Rittersitz Rosenthal. Er verkaufte nach ganz kurzer Zeit Rosenthal wieder und kaufte für das erworbene Geld, das Gut Tegel.


1558 bis 1693

Von 1558 bis 1581 wechselte Rosenthal noch dreimal den Besitzer. Von Mittelstraß erwarb Ludwig von Gröben das Gut. Er verkaufte es für 9.000 Taler 1574 an die verwitwete Herzogin von Braunschweig-Lüneburg, so die eine Überlieferung. Eine andere ist durchaus als pikant zu bezeichnen. Danach überließ Kurfürst Joachim II. um 1560 das gesamte Dorf seiner Geliebten, der „schönen Gießerin“ Anna Sydow als Leibgedinge, bzw. deren Sohn aus erster Ehe im Jahr 1569 als Leibgedinge. Kurfürst Johann Georg annullierte diese Verträge sofort nach seinem Regierungsantritt und überschrieb Rosenthal 1574 seiner Schwester Elisabeth Magdalena, verwitwete Herzogin von Braunschweig-Lüneburg. Diese übergab den Besitz von Rosenthal ihrem Hofmeister Friedrich von Götze. Bei dessen Nachkommen blieb dann Rosenthal für ein Jahrhundert. Friedrich und sein Sohn, der Kanzler Sigismund von Götze, vergrößerte das Gut um acht Hufen, indem sie drei Bauernhöfe, darunter das Schulzengericht, aufkauften und die Befreiung für die dazu gehörigen abgabenpflichtigen Hufen erreichten.

1694 bis 1699

1694 beginnt für Rosenthal insofern ein neues Kapitel, als Kurfürst Friedrich III. das Gut gegen die Dörfer Löhme und Weesow eintauschte. Auf dem Weg zu diesem Geschäft schaute der Kurfürst höchstpersönlich nach, was er da erwerben wolle. So ist in Kirchenbüchern nachzulesen, dass er im Frühjahr 1694 den Gottesdienst in Rosenthal besuchte und u. a. folgendes dazu geschrieben steht:
„Noch ist im Klingelbeutel extra ordinarie eingekommen, da Seine Churfürstl. Durchlaucht Unser Gnädiger Herr die Kirche zum ersten Mal besuchte 3 Taler 11 Groschen“. Der Kurfürst erwarb Rosenthal (dessen Wert auf 14.000 Taler geschätzt wurde) und wurde somit zum Grundherrn, zum Patron von Rosenthal. Welche Macht damals die Dorfpatrone hatten, zeigt der Schwur, den die Rosenthaler dem Kurfürsten als Patron von Rosenthal zu leisten hatten: „Die sämtlichen Untertanen und Einwohner zu Rosenthal und Hermsdorf schwören zu Gott, dem Allmächtigen, dass seiner churfürstlichen Durchlaucht zu Brandenburg wir treu gehorsam sein, seiner churf. Durchl. Frommen und Bestes suchen und befördern, Schaden und Nachteil aber, so viel an uns ist, abwenden unsern Dienst, Zinsen, Pächte, Zehnt und was wir sonst abzugeben und zu leisten schuldig sein, zu rechter Zeit einbringen, und in allem uns als treue Erbuntertanen erweisen wollen, so wahr uns Gott helfe“. Andererseits muss festgestellt werden, dass der Kurfürst als Patron nicht nur Rechte in Anspruch nahm, sondern auch zu seinen Verpflichtungen stand, mehr als er hätte tun müssen, was seine Vorgänger, die Patrone der Familie Götze, nicht so genau nahmen. Insofern hat er nicht nur seine Spuren in Rosenthal hinterlassen, sondern den Ort und die Umgebung auch entscheidend mitgestaltet.
Bis heute sind Spuren aus dieser Zeit  hier in Rosenthal zu finden.

Der Geschichte 4. Teil
Im Wandel der Zeiten
1700 bis 1900

Mit Hermsdorf wurde Rosenthal jetzt zum Amt Niederschönhausen gelegt. Der Kurfürst ließ auf dem Gutshof ein kleines Lustschloss bauen und dahinter einen schönen Garten mit verzierten Bögen und Gehängen anlegen. Sowohl er als auch sein Sohn sollen sich viel dort aufgehalten haben.
Aus dieser Zeit ist nachzulesen: „Wir haben uns in früheren Jahren oft und lange daselbst aufgehalten und also eine Inklination (Neigung) darob haben“. An anderer Stelle wird berichtet, der Hof besuchte am Nachmittag der Hochzeit des Stiefbruders vom Herrscher, Philipp, mit Prinzessin von Dessau die nahe bei Berlin gelegenen Lustschlösser Schönhausen und Rosenthal, die teils wegen der angenehmen Gegenden, teils wegen der schönen Auszierungen sehenswert sind.

1700 bis 1900

So ist es nachzulesen:
„Am 17. 11. 1700 besteigt Kurfürst Friedrich III. in Berlin eine prunkvolle Karosse, die ihn nach Königsberg, übrigens seiner Geburtsstadt, bringen soll. Gewollt oder ungewollt begründet er damit bereits eine feste Tradition. Fast alle ihm nachfolgenden Hohenzollern-Könige werden hinfort Huldigungsfahrten zur Krönung im Dom von Königsberg in Ostpreußen unternehmen. Der künftige König ist außer sich vor Freude über die, wie viele finden, überflüssige und zudem höchst kostspielige Rangerhöhung und kann es kaum erwarten, in Königsberg einzutreffen. Seine Frau, die künftige Königin, reist nicht in seiner Kutsche, sondern teilt einen Wagen mit ihrem galanten Schwager, dem Markgrafen Albrecht, der es sich nicht nehmen lässt, selbst die Zügel zu führen und das Gefährt zu lenken. Sie haben es nicht eilig. Die im Volk außerordentlich beliebte Kurfürstin Sophie Charlotte (ihren Namen trägt das heutige 300 jährige Charlottenburg ab 1705) macht sich nichts aus weltlichen Titeln. Das ganze Getue um die Königswürde lässt sie kalt – eine Intellektuelle. Als intellektuell lässt sich Friedrich kaum bezeichnen, dafür ist er zu eitel und zu sehr verliebt in die eigene Wichtigkeit. Aber Intelligenz wird ihm keiner absprechen dürfen. Er ist in den Künsten und den Wissenschaften wenn nicht engagiert, so doch an beiden interessiert. Wohl gebildet spricht er mehrere Sprachen, außer dem an Höfen des 17. Jahrhunderts unerlässlichen Französisch, Polnisch und neben Deutsch auch fließend Lateinisch. Am Abend vor der Krönung legt der Kurfürst den Grundstein zu einer weiteren Tradition Preußens. Er stiftet den Schwarzen Adlerorden mit dem berühmten, angeblich urpreußischen Motto „suumcuique (jedem das Seine)“ Der Krönungstag des ersten preußischen Königs ist der 18.01.1701“.

Bereits schon 1705 trifft ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Seine über alles geliebte Sophie Charlotte stirbt. Im gleichen Jahr wird er allerorts aktiv, so auch in Rosenthal, indem er die gesamte Kirche baulich verändern und sein königliches Wappen mit gehörigen Farben anbringen ließ. Aber nicht nur für sein Schlösschen und für die Kirche hatte der König eine offene Hand. Er ließ auf dem im Nordwesten der Feldmark gelegenen „Upstall“ (Offenstall) eine Fasanerie entstehen. Bis 1961 trug dieser Teil der Gemeinde noch den Namen Fasanerie, obwohl die Geflügelfarm schon 1770 an dieser Stelle eingegangen war. Friedrich der Große verlegte sie in die Gegend von Charlottenburg, wo sie angeblich den Grundstock für den heutigen zoologischen Garten gebildet haben soll. 1713 stirbt König Friedrich I. Sein Sohn, Friedrich Wilhelm I., der in die Geschichte als Soldatenkönig einging, erbt somit Rosenthal. Fortan bestand nur noch wenig Interesse an Rosenthal und seinem Schloss.

1715 erwirbt die Gemeinde vier Weinbergsstücke vor Berlin.

1718 befahl der König das anpflanzen von Maulbeerbäumen. 1748 gibt Rosenthal zur Renovierung der Heinersdorfer Kirche 27 Taler 1 Groschen und 6 Pfennig, nachdem vorher schon Beiträge zum Kirch- und Schulneubau an anderen Orten, wie Reppen, Hirschfelde, Camen, Belitz und Bergholtz geleistet wurden.
Auch Friedrich der Große hat an der Maulbeerzucht festgehalten, so dass 1751 nochmals 21 Bäume angepflanzt wurden.
Welches Ansehen das Dorf zu dieser Zeit hatte, wird auch dadurch deutlich, dass Friedrich der Große noch 1786 den Bau des Rosenthaler Tores anordnete. Anfang des 19. Jahrhunderts veräußerte der sogenannte Domänenfiskus das Gut an einen Berliner Kaufmann Namens Neumann, der als ein Zigarettenfabrikant erfolgreich war. Er war auch Eigentümer des Ermelerhauses in der Breiten Straße. Dieser vererbte das Gut Rosenthal ca. 1840 an seine Tochter, die mit einem Oberstleutnant Gumtau verheiratet war. Sein Wappen ist noch heute am südlichen Querhaus der Kirche zu finden. Er war der letzte Patron von Rosenthal, bevor das Gut 1882 an die Stadt Berlin verkauft wurde, die das Patronat übernahm. Bis 1897 war die Gemeinde, durch Landverkäufe an die Stadt Berlin, eine der reichsten Landgemeinden Deutschlands geworden, so dass sie sich durch herausragende Schenkungen bekannt machte. So sind hier u. a. zu nennen: 1894, 30.000 Mark für den Altar der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die Glocken der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, aber auch für den Straßenbau der Umgebung. Noch heute existiert ein persönliches Dankesschreiben der Kaiserin und ein Danktelegramm des Kaisers, der sich gerade auf einer Nordlandreise mit der „Hohenzollern“ befand.

Der Geschichte 5. Teil
Im Wandel der Zeiten
1901 bis 2030

Hier soll zunächst der Ausflug in die langjährige Geschichte Rosenthals enden.  
Die Geschichte nach 1900, die hauptsächlich durch zwei schlimme Weltkriege, die Folgen der Teilung Deutschlands, hier insbesondere durch den Mauerbau am 13. August 1961, aber auch durch die Wiedervereinigung am 03.10.1990 geprägt ist, haben auch im Dorf Spuren hinterlassen, über die es sicher noch viel zu berichten gibt.
Da dieser Zeitraum derzeit noch überschaubar scheint, wird hier darauf verzichtet.
Vielleicht findet sich aber bis spätestens zur 800 Jahrfeier von Rosenthal (im Jahre 2030) ein/e Berichterstatter/in, der/die diese Kurz-Chronik fortsetzen kann?