44. Rosenthaler Herbst / Erntedankfest 2017, Freitag, 15. September bis Sonntag, 17. September 2017

1230-2017, 787 Jahre Rosenthal

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Zeitensprünge

 

Zeitensprünge Projekt:

Geschichte des Rosenthaler Herbstfestes von 1973 bis heute.
 

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Christel Liebram

Christel-LiebramNatürlich bin ich eine alte Rosenthalerin, seit fünf Generationen wohnt unsere Familie in Nordend, einer Kolonie von Rosenthal, in der Kastanienallee 19. Dort hat mein Vorfahr der Landwirt Albert Schulze im Jahre 1898 seinen Bauernhof gebaut.

Erntefeste wurden anfänglich in Niederschönhausen gefeiert, wie eine Fotographie von Max Skladanowski belegt. Herr Dietrich Viegas gab uns seine Fotos von Erntedankfesten Anfang der 50er Jahre, die ihn als Kind auf einem Umzugswagen zeigen mit der Losung „ Wir Kinder wollen Frieden“.

In Rosenthal kümmerten sich Herr Hans Moser und Herr Manfred Grandé mit ihren  Mitstreitern um die Aufrechterhaltung dieser Tradition. Im Jahre 1985 wurde meine Mutter, die auch Gärtnerin war, von Herrn Grandé gefragt, ob sie nicht als Berliner Blumenfrau den Rosenthaler Herbst verschönern wolle. So nahm sie, nun schon Rentnerin, viele Schnittblumen aus dem eigenen Garten mit und als Verstärkung unseren damals halbwüchsigen Sohn Richard.

Ich war zu der Zeit schon im heutigen Landhaus Rosenthal, damals Haus der Pioniere, tätig.

Der Rosenthaler Herbst war für uns Kollegen der Höhepunkt des Jahres. Das neue Schuljahr hatte begonnen. Wir boten Spiele für Kinder an und kamen  so gut mit den Schulkindern ins Gespräch, um sie für unsere Arbeitsgemeinschaften im Pionierhaus zu begeistern und zu werben.

Es war ein Familienfest, Eltern, Geschwister und Großeltern kamen mit, um sich zu vergnügen. Es gab Kaffee und Kuchen und die Kinder konnten auch auf der Wiese reiten. Sogar ein Kremser zottelte gemächlich die Dorfstraße entlang. Wir lagen ja nahe an der Mauer, den Durchgangsverkehr gab es noch nicht. Der Rosenthaler Herbst war damals noch keine Großveranstaltung, die Massen anzog.

Der Ursprung des Rosenthaler Herbstes sollte das Erntedankfest sein und jeweils am dritten Wochenende im September stattfinden. Aber dieses feststehende Kirchenfest wird ungefähr vierzehn Tage später begangen. Da bedurfte es erst der Zustimmung der obersten Kirchenleitung, damit die Rosenthaler ihr Erntedankfest vorverlegen durften.

Vergessen wir auch eines nicht, wir älteren Bürger kennen noch die Berichte in Funk und Fernsehen von der sogenannten „Ernteschlacht auf den Feldern der LPG“ in der DDR. Da gab es auch schon mal an den vollbeladenen Erntewagen die Losung „ohne Gott und Sonnenschein fahren wir die Ernte ein.“

Staatlicherseits wurden Wohngebietsfeste wie unser Rosenthaler Herbst organisatorisch und finanziell vom jeweiligen Rat des Stadtbezirks unterstützt.