45. Rosenthaler Herbst / Erntedankfest 2018, Freitag, 14. September bis Sonntag, 16. September 2018

1230-2018, 788 Jahre Rosenthal

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Zeitensprünge

 

Zeitensprünge Projekt:

Geschichte des Rosenthaler Herbstfestes von 1973 bis heute.
 

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Regina Stührmann

Bedingt durch meine damalige Tätigkeit am Kreiskulturhaus „Erich Weinert“ in Pankow gehörte
es unter anderem zu meinen Arbeitsaufgaben, das Bezirksfest „Fest an der Panke“ und die
Volksfeste in den Ortsteilen Rosenthal und Buchholz zu unterstützen und vorzubereiten.

Als sich das Kulturamt Anfang der 90`er Jahre von diesen Aufgaben trennte, habe ich ohne
Arbeitsauftrag den Kontakt gern weiter gepflegt und die Veranstaltungsvorbereitungen immer
gern unterstützt. Das lag aber in erster Linie an den vielen freundlichen und engagierten
Menschen im Dorf Rosenthal, zu denen im Lauf der vielen Jahre (eigentlich Jahrzehnte) auch
sehr menschliche und herzliche Beziehungen entstanden sind.

Der „Rosenthaler Herbst“ war in seinen Anfängen ein schönes, kleines Fest. Organisiert von
kulturvollen Anwohnern, die mit dem aus dem Ernte-Dank-Fest entstandenen Dorffest etwas
Schönes und Fröhliches für die Gemeinschaft tun wollten.

Aber dann setzte sich, wie überall im Land, die Partei drauf und versuchte mit ihren bekannten
Methoden, dieses Fest an sich zu reißen und zu politisieren. Das führte bei den bis dahin
sehr aktiven Organisatoren zu viel Ablehnung und mein Part war oftmals, die zerstrittenen
Gruppen konsensfähig zu machen. Natürlich hatte die Partei immer Recht und ich musste
alle meine diplomatischen Fähigkeiten einsetzen, um eine gewisse Ausgewogenheit im
Interesse des Festes zu erreichen. Leider zog sich dann Hans Moser, der bis dahin der
Motor für alle Aktivitäten war, zurück. Er hatte die oft dümmlich wirkenden Anfeindungen des
Parteivorsitzenden nicht mehr ertragen.

Ganz besonders habe ich den Auftritt des Chores des Grenzregimentes „13. August“ im
September 1989 in Erinnerung, natürlich von den Parteiköpfigen eingeladen. Die jungen
Soldaten standen auf der Bühne vor der damaligen Kaufhalle und sangen politisches Liedgut
und zeitgleich rollte der erste Zug mit DDR-Flüchtlingen aus der Prager Botschaft in die
Bundesrepublik. Das war schon eine merkwürdige Stimmung….

Trotz aller genannten Widrigkeiten bis 1989 ist mir der „Rosenthaler Herbst“ eine
Herzensangelegenheit geworden. Deshalb habe ich auch danach diese Veranstaltung bei
Bedarf unterstützt und werde auch weiterhin dazu jederzeit bereit sein.